Die fetten Sandratten (Psammomys obesus)


Ein sehr unschöner Name für ein so interessantes und zutrauliches Tier.
Würde der Name anders lauten, wäre diese Art bestimmt häufiger in Terrarien zu finden. Irgendwo habe ich einmal den Namen Ägyptischer Präriehund lesen. Dieser Name beschreibt sie viel besser, obwohl die fette Sandratte weder Ratte noch Präriehund ist. Sandratten gehören zu den Rennmäusen und bewohnen trockene Halbwüsten entlang des Mittelmeeres vom Libanon bis Marokko.



Sie sind sehr Wärme liebend, klettern gerne, nagen kaum und beißen nicht. Aktiv sind sie Tag und Nacht mit langen Ruhephasen.

Obwohl sie sehr zutraulich sind, sind sie keine Schmusetiere! Ihre Größe beträgt etwa 15cm plus 12cm Schwanz.

Zum richtig Wohlfühlen benötigen sie ein Terrarium, in dem es tagsüber unter der Lampe fast 40° warm wird. Dort genießen sie die Wärme beim Sonnen. Nachts darf es abkühlen.
Die Haltung ist für einen Kleintierhalter mit etwas Erfahrung überhaupt kein Problem.



Sandratten sind Wüstentiere, die in der Natur nur sehr karge Nahrung finden. Aus diesem Grund muss ihr Futter nährstoffarm und zuckerfrei sein. Sonst bekommen sie sehr schnell Diabetes.
Sie fressen Chinakohl, Gurke, Zucchini, Heu und Degu-Trockenfutter.



Sandratten sind sehr wärmebedürftig. Morgens, wenn der HQI-Strahler angeht, sitzen sie dicht gedrängt darunter und wärmen sich auf, wie Eidechsen. Nachmittags ist die Temperatur des Steines etwa 36°C. Sie liegen ausgebreitet auf dem Stein direkt unter der Lampe und schlafen. Erst bei Temperaturen über 40°C verziehen sie sich in kühlere Ecken.

Die Wärme scheint nicht lebensnotwendig zu sein, wie man bei verschiedenen Haltern sieht, die die Tiere ohne Strahler und Heizung erfolgreich züchten. Sieht man jedoch, wie die Tiere die Wärme suchen und das Sonnenbad genießen, so kann man nur zum Schluss kommen, dass sie diese zum Wohlbefinden benötigen.
 

Dieser Holzkasten, auf dem das Tier liegt, ist der Lampenkasten der Lampe des unteren Stockwerks. Das Holz ist weit über 30°C warm. Zusätzlich wird der Platz noch von oben mit der HQI-Lampe beschienen.





Hier liegt das Weibchen in einer Keramikschale. Ihre Gliedmaßen weit von sich gestreckt, das Maul offenstehend, dass man im ersten Augenblick an das Schlimmste denkt. Sie schläft jedoch nur tief und fest. Die Schale ist weit über 30°C warm, da sie auf dem Lampenkasten steht, der durch die Lampe im unteren Stockwerk gut aufgeheizt wird.



Die Beschreibnung des Zoos von Jerusalem zum Revierverhalten konnte ich ebenfalls beobachten. Jedes Tier scheint sein eigenes Revier zu besitzen. Diese Reviere können sich überlappen, bzw. Besuche in anderen Revieren werden nicht nur toleriert sondern sogar begrüßt.
Ohne Junge haben Männchen und Weibchen, von wenigen Raufereien abgesehen, harmonisch zusammengelebt.
Nach der Geburt der Junge reagierte das Weibchen immer agressiver auf das Männchen, so dass die Tiere getrennt werden mussten.
In meinem Fall blieb das Weibchen mit den Jungtieren im unteren Stockwerk und das Männchen war im oberen Stockwerk eingeschlossen. Öffneten wir die Durchgänge, so konnte sich das Männchen frei im unteren Stockwerk bewegen und sogar mit dem Weibchen "schmusen". Ging das Weibchen jedoch ins obere Stockwerk und sah dort das Männchen, wurde sie zur Furie.
Ich interpretiere dieses Verhalten so, dass das Weibchen einen Besuch des Männchens in ihrem Revier toleriert. Sie versucht jedoch sofort ihr Revier zu vergrößern, wenn sie im oberen Stockwerk in das Revier des Männchens eindringt.


2 Minuten nicht aufgepasst oder das Ende des Thermometers.

Abgesehen von der Zerstörung dieses Thermometers hält sich der Verbiss sehr in Grenzen. Am Terrarium gibt es nun, nach fast einem dreiviertel Jahr, kaum Nagerspuren. Nur die Umfassung der Lüftungsgitter und die Schienen der Glasscheiben haben etwas gelitten.




Links das Männchen und rechts das Weibchen:


Hier erkennt man deutlich das Männchen:


Sandratten sind gute Kletterer, die oft und gerne klettern. Allerdings brauchen sie eine gewisse Oberflächenrauhheit. Die Oberfläche der OSB-Platten ist zu glatt. Sie finden nur schlecht Halt. Deshalb laufen sie auch meist über die Äste nach oben und nicht durch die Röhre an der Rückwand.


Meine Seite über Wasserschildkröten:
www.turtle-technik.de