Ein altes Rotwangenüberwinterungsbecken

Dies ist keine Beschreibung zur artgerechten Haltung von Rotwangenschildkröten. Nach heutigem Wissen ist das Becken zu klein und die Überwinterung sollte zumindest temporär kälter sein. Die Beleuchtung hat ebenfalls großes Verbesserungspotential.

Aber dieses Becken zeigt mit welch einfachem und preiswertem Equipment man ein hochbelastetes Aquarium ausrüsten und fahren kann. Das Wasser ist immer sauber , klar und geruchsfrei. In 18 Jahren ist das Wasser nur einmal umgekippt. Dies deshalb, weil eine Urlaubsvertretung Angst hatte die Tiere könnten verhungen und vorsichtshalber die gesamte Oberfläche mit Schildkrötenfutter befüllt hat. Da hat dann irgendwann der Sauerstoff nicht mehr ausgereicht. Den Tieren hat es nicht geschadet.


Die Geschichte

Anfang der 80er Jahre, die Zeit der 5.-DM-Schildkröten, hat man von überall her handtellergroße Rotwangenschildkröten geschenkt bekommen, die ihren Haltern zu groß geworden waren.

Informationen über erforderliche Haltungsbedingungen gab es nahezu nicht. Das Becken wurde für vier handtellergroße Tiere eingerichtet.

Von Anfang Mai bis in den Oktober sitzen sie im Gartenteich und den Winter verbringen sie in diesem ungeheizten Aquarium im Wohnzimmer.

Das Becken

Das Becken von oben. Grundfläche 100x50 cm. Dahinter steht auf einem Gestell ein Landteil 50x30cm. In der rechten vorderen Ecke ist der Filter.

Bei einer Wasserhöhe von 40cm ergibt das ein Wasservolumen von 200 Litern.

Nach 18 Jahren ist es in einer Ecke undicht geworden. Die Reparatur erfolgte ambulant. D.h. das Wasser und die Tiere blieben drinnen. Es wurde nur der Wasserspiegel um 10cm abgesenkt und nach der Reparatur zwei Tage später wieder aufgefüllt.

Daß das Becken solange gehalten hat ist erstaunlich. Hat es doch viele Sommer auf dem Süd-Balkon, ohne Wetterschutz verbracht. Davon war es die meiste Zeit ungeschützt der Sonne ausgesetzt.

Die Bewohner

Drei weibliche Rotwangenschildkröten, 17, 18 und 19 cm groß, ca.20 Jahre alt.

Sie waren in dieser Zeit niemals krank. Ab und zu wurden unbefruchtete Eier gelegt.

Der Filter

Korrekterweise muß gesagt werden ein Teil des Filters. Mindestesn die Hälfte der Filterleistung wird vom Bodengrund erbracht. Dieser ist ca. 4 cm hoch mit Lava bedeckt. Dies ist ein Volumen von nicht ganz 20 Litern.

Der Filter ist ebenfalls mit Lava gefüllt. Er hat ein Volumen von ca. 15 Litern. Das Wasser wird in der Ecke zwischen der breiten oberen und der unteren Silikonfuge angesaugt.

Daß der Filter nicht so öde aussieht ist oben ein bepflanzter Blumenkasten drinnen.

Die Ecke mit dem umgedrehten Blumentof war bepflanzt als die Tiere kleiner waren. Der Blumentopf füllt jetzt den Raum aus, damit keines der Tiere sich in dem Pflanztrog verfangen kann.

Ohne Blumenkasten sieht der Filter von oben so aus. Die Lava ist in Säckchen von Zitrusfrüchten eingenäht. So ist sie leichter zu Entfernen und zu Reinigen.

Ein kleiner Innenfilter von Eheim tut seit fast 20 Jahren jeden Winter klaglos seinen Dienst und pumpt das Wasser zurück ins Becken. Bei ihm muß einmal im Monat der Schaumstoff ausgewaschen werden, da er verstopft.

Die Drahtbügel halten den Blumenkasten.

Der Pflegeaufwand des Beckens hält sich in Grenzen: einmal pro Monat wird die Hälfte des Wassers gewechselt. Dabei wird auch der Mulm im Filter, der von oben frei zugänglich ist, abgesaugt. Wie oben bereits erwähnt wird noch der Schaumstoff des Filters ausgewaschen.

Das Sommerquartier

Dieser Teich mit Umrandung wurde eingereichtet nachdem ab und zu Tiere weggelaufen waren. Eines wurde nicht wieder gefunden.

Größe des Teiches: 140x 70cm. Der Teich liegt den ganzen Tag in der Sonne. Vor dem Teich ist noch ein Stück Rasen mit Glasscheiben abgetrennt. Über eine Korkrampe können die Tiere auf den Rasen. Zum Sonnen liegen sie meist auf dem Kork.

Als der Teich angelegt wurde gab es noch keine, heute so unerläßliche Dinge wie Teichfilter. Und, für Teichfilterhersteller sicherlich völlig unverständlich, der Teich hat noch nie gestunken oder ist umgekippt. Wenn die Schildkröten drinnen sind ist das Wasser völlig grün von Algen, aber das hat die Tieren bisher nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil, nach dem Abtauchen sind sie Unsichtbar für mögliche Feinde. Die natürliche Reinigungsleistung in diesem Becken ist ausreichend für den Abfall der Tiere.

Erstaunlicherweise haben sich vor einigen Jahren Fadenmolche eingefunden, die sich erfolgreich vermehren.

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