Glasschneiden

Glasschneiden ist eigentlich ganz einfach. Man braucht einen guten Glasschneider. Ob es so einen im Baumarkt gibt weiß ich nicht. Die mit den 6 Röllchen taugen nichts. Am besten nimmt nan einen mit Hartmetallröllchen aus dem Werkzeugfachhandel. Die sind vermutlich etwas teurer, aber mit denen klapps bestimmt.

Es geht bei dem Glasschneider nicht um die Schärfe, denn die Dinger fühlen sich völlig stumpf an wenn man mit dem Daumen darüberfährt. Wichtig ist, daß die Kannte im Röllchen umlaufend ohne Beschädigung ist. Nur so erhält man einen sauberen Ritz in der Scheibe an der sie brechen kann.

Mit dem Glasschneider ritzt man die Scheibe ein. Man hält den Glasschneider senkrecht auf die Scheibe und zieht ihn mit einem konstanten Druck von einem Ende der Scheibe zum anderen. Ob das Ritzen geklappt hat hört man schon am Geräusch (natürlich nicht beim ersten Mal). Zwischendurch anhalten, absetzen und weitermachen oder gar ein zeites Mal Ritzen is strictly forbidden. Das Glas reißt beim Brechen genau an dem Riß entlang. Ist dieser nun unterbrochen oder es befindet sich ein zweiter daneben weiß die Scheibe nicht mehr wie sie brechen soll und macht dann was sie will. Das Ergebnis hat dann meistens nichts mit dem zu tun was man eigentlich haben wollte. Es gibt auch noch Schneidöl. Von diesem kann man ab und zu ein kleines Tröpfchen ans Röllchen machen. Das Ritzen soll leichter gehen und das Röllchen soll länger halten - ich vergesse das Öl meistens, da ich kaum einen Unterschied mit und ohne feststellen kann.

Für einen geraden Schnitt muss der Glasschneideran einem Lineal entlang geführt werden. Hier wird eine Scheibe nach einem Schnittmuster geschnitten.

Da Freihandritzen nicht die geraden Kannten bringt die wie brauchen wird ein Lineal und ein Anschlagwinkel benötigt. Das Lineal muß mindestens so lang sein wie der Schnitt lang ist. Eventuell die Unterseite mit Isolierband bekleben, daß es nicht so rutscht. Achtung der Glasschneider schneidet immer ca. 3mm neben dem Lineal. Dies muß man beim Anlegen des Lineals immer mit einrechnen.
Bei kurzen Schnitten reicht ein dünner Gegenstand, z.B. ein kleiner Schraubenzieher, der unter die Scheibe gelegt wird. Bei langen Schnitten muss ein dickerer verwendet werden.

An der Stelle an der der Glasschneider von der Scheibe gerollt ist wird ein Gegenstand untergelegt. Ich verwende einen kleinen Schraubenzieher oder bei langen Schnitten den Glasschneider. Dann links und rechts vom Schraubenzieher mit immer größer werdendem Druck auf die Scheibe drücken und sie bricht. Vor dem Brechen kann man noch mit dem Glasschneider von unten auf den Ritz klopfen. Dadurch bricht das Glas leichter.

Diese Vorgehensweise ist bei allen Glasstärken gleich. Man muß nur beim Brechen dickerer Scheiben fester drücken.

Bevor teures Glas geschnitten wird sollte man mit einem Abfallstück üben.


Leider sieht mancher Schnitt so aus. Dann kommt die Kröselzange aus dem Tiffanybedarf ins Spiel. Man sieht, daß der Riß bis zum Rand geht. Nur der entstandene Sprung ist vorher abgebogen.

Zuerst wird die Ecke mit der Kröselzange gepackt und abgebrochen.

Der Zacken der dann noch übrig bleibt kann nun ebenfalls mit der Kröselzange abgebröselt werden. Soclche unschönen Schnittkanten kommen immer an Stellen wo sie nicht so auffallen.

Glasschneiden habe ich gelernt als ich mal einen Tiffanyspiegel gebastelt habe. Dabei verliert man schnell die Angst vor Scherben und traut sich dann etwas mutiger zu Werke gehen. Für Tiffany braucht man allerdings einen völlig anderen Glasschneider. Dieser wird geschoben und nicht gezogen. Dadurch kann man auch Kurven schneiden. Für gerade Schnitte ist er aber völlig ungeeignet.


Viel Spaß und Glück (aber keine Scherben obwohl die ja bekanntlich Glück bringen sollen)

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