Reparatur eines alten undichten Aquariums

Dieses alte Aquarium wurde vor einigen Jahren unsachgemäß repariert. Man sieht, dass das Silikon, welches zusätzlich abdichten sollte, völlig von Algen unterwandert ist und sich an vielen Stellen bereits abgelöst hat. Das alte Orginalsilikon ist interessanterweise noch nicht angegriffen.

Vor diesem Reparaturversuch wurden vermutlich die Scheiben nicht richtig gereinigt. Nur so finden die Algen Platz zum Wachsen.

Dieses Beispiel zeigt deutlich wie wichtig gründlichste Reinigung vor dem Kleben mit Silikon ist!

In dieser Ecke hat sich die Orginalverklebung gelöst. An dieser Stelle ist das Becken nicht mehr dicht. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Ablösung noch weiter nach unten wandert.

Undichtigkeiten an alten Ganzglasaquarien entstehen fast immer an den oberen Ecken. Dort muss das Silikon die größte Spannung aushalten.

Solch eine Ablösung ist aber ohne Probleme zu reparieren.

Zuerst wird das kaputte Silikon entfernt. Meist ist der Spalt ausreichend breit um ihn mit der Rückseite eines Cutters heraus zuschieben.

Wenn das Silikon heraus ist beginnt eine Syssiphusarbeit. Wenn es sich nicht schön abgelöst hat muss man versuchen mit Rasierklingen, Zahnstochern, Schmirgelleinen oder was einem noch einfällt und was in den Spalt passt, diesen peinlichst von allen Silikonresten zu reinigen.

Das verbleibende Silikon sollte möglichst sauber und ohne lose Teile enden. Man braucht vermutlich mehrere Anläufe bis es gut aussieht.

Vor dem Ausspritzen müssen alle Glasflächen mit Azeton gereinigt werden, sonst wird das Silikon wieder von Algen unterwandert.

Vom Ausspritzen gibt's leider keine Bilder - vergessen.

Wenn das Silikon aus der Tube nicht den ganzen Spalt ausfüllt kann man von der anderen Seite gegenspritzen. Immer von unten nach oben und aufpassen, dass keine Luftblasen entstehen. Wenn es jetzt immer noch nicht die ganze Fläche ausgespritzt ist kann man mit einem Spachtel nachhelfen.

Der Übergang vom alten zum neuen Silikon ist erstaunlich unproblematisch. Wenn man das neue Silikon in die Fuge spritzt verbindet es sich innig mit dem alten Silikon.

Das Becken scheint schon sehr alt zu sein. Außerdem ist es auch ziemlich zerkratzt. Deshalb habe ich alle Ecken zusätzlich mit einer 10x10 mm Silikonfuge ausgespritzt.

Vorher wurden alles gründlich gereinigt und mit Azeton abgewaschen.

Alle sechs Kannten wurden mit einer dicken Silikonraupe ausgespritzt.

Jetzt wird es hektisch. Die Hautbildung beginnt 10 Minuten nach dem Ausspritzen. In diesen 10 Minuten müssen alle Ecken sauber abgezogen sein.

Abgezogen wird mit einem speziellen Kunststoffteil. Dieses Teil fest in die Ecke drücken und mit konstantem Druck und Geschwindigkeit von innen nach außen ziehen.

Bei solch einem Abzieher kann man auf Spülmittelwasser verzichten. Die Fuge wird nahezu rückstandsfrei sauber.

Die Menge Silikon die abfällt und weggeschmissen wird ist nicht unerheblich. Sie muss beim Kalkulieren der benötigten Silikonmenge unbedingt berücksichtigt werden.

Die fertige Silikonfuge. Das Schwänzchen kann nach dem Aushärten mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. Wenn mann es anders versucht gibt es nur Schmiererei.

Die Ecken sind beim Abziehen besonders problematisch. Man muss aufpassen, dass man nicht das Silikon von einer anderen Fuge entfernt. Wenn es nicht besonders schön aussieht macht das nichts, da die Ecke vom Bodengrund bedeckt ist. Wichtig ist dass es dicht ist. Dies kann man gut von außen kontrollieren.

An manchen Stellen sind bei dieser Reparatur noch Algen und Dreck in der alten Silikonfuge zurückgeblieben. Das ist jetzt komplett von Silikon eingeschlossen. Da aber weder Luft noch Wasser zu den Algen kommen kann, können die Algen an diesen Stellen nicht mehr weiter wachsen.

 

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