Silikon

Einige grundlegende Dinge:


Ohne Silikon ist heute der Aquarien- und Terrarienbau nicht denkbar.
Wenn sie verarbeitet werden vulkanisieren sie nach relativ kurzer Zeit durch die in der Luft vorhandene Feuchtigkeit. Bei dem Vulkanisationsprozess wird ein Nebenprodukt (kein Lösungsmittel) freigesetzt. Je nach dem freigesetzten Nebenprodukt unterscheidet man die Silikone in:

sauer vernetzend
neutral vernetzend
basisch vernetzend.

Im Aquarien- und Terrarienbau wird fast ausschließlich sauer vernetzendes Silikon eingesetzt. Man erkennt es gleich am starken Essiggeruch.


Welches Silikon verwenden?


Zur Zeit sind fast ausschließlich Aquarien erhältlich die mit schwarzem Silikon verklebt wurden. Meiner Meinung nach ist das ein Marketinggag der sich beim Verbraucher durchgesetzt hat. Die Begründung scheint auf den ersten Blick auch logisch: schwarzes Silikon wird nicht von Algen unterwandert, da schwarzes Silikon das Licht abhält.
ABER die Algen wachsen zwischen Glas und Silikon und solange nicht auch das Glas schwarz ist wird dort immer Licht hinkommen.

Man kann jedes sauer vernetzende Silikon verwenden welches nicht fungizid (pilzhemmend) ausgerüstet ist. Diese fungizide Ausrüstung ist ein im Silikon eingelagertes Gift welches ständig in kleinsten Mengen an die Umgebung abgegeben wird. Diese Silikone werden in der Regel in Badezimmern verwendet da die Siliconfugen z.B. in der Dusche sehr schnell schimmeln würden.
In der Beschreibung von Küchensilikon findet man oft den Hinweis, dass sie auch Glas- und Aquarienbau verwendet werden können. Sie sind in der Regel nicht fungizid ausgerüstet, da sie in der Küche mit Lebensmitteln in Kontakt kommen können. Dieses Küchensilikon entspricht in der Regel nicht der DIN32622 (Aquarien aus Glas, Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen). Deshalb steht auf der Verpackung: nur für Aquarien bis 300l. Will man für Aquarienbau freigegebenes Silikon muss man sich an Produkte namhafter Hersteller wie z.B. Perenator oder EGO halten.
Mit Aquariensilikon aus dem so genannten Fachhandel wäre ich vorsichtig. Es muss bei dem Silikon eine ausführliche Beschreibung beiliegen, die zudem die Einhaltung der Forderungen von DIN32622 bestätigt.


Kartuschen oder Tuben?


Silikon erhält man in Kartuschen und in Tuben.
Tuben wie z.B. Zahnpasta oder Senftuben sind absolut ungeeignet für unsere Anforderungen. Diese Tuben muss man gleichzeitig kräftig zusammendrücken und zum Silikonauftragen entlang einer Glaskante führen. Auf diese Weise bekommt man keine saubere, gleichmäßige Silikonraupe um nachher eine schöne Klebenaht zu erhalten.

Bei den Kartuschen gibt es auch zwei Sorten. Kartuschen für welche man eine Klebepistole benötigt und solche die selbsttätig sind. Wenn man ein großes Becken zusammenklebt lohnen sich Kartuschen für die Pistolen. Die Pistolen müssen leichtgängig sein. Denn wenn sie schwergängig sind gilt das gleiche wie bei der Tube.
Seit einiger Zeit bevorzuge ich die selbsttätigen Kartuschen. Sie sind sehr einfach in der Handhabung. Lassen sich selbst nach einem Jahr wieder aktivieren. Es ist zwar auf den ersten Blick die teuerste Variante, aber die Silikonmenge solch einer Kartusche ist mehr als ausreichend für den Umbau eines Aquariums. Bei den anderen Kartuschen bleibt eine große Menge übrig welche mit der Zeit eintrocknet und weggeworfen wird.


Verarbeitung:


Vor dem Kleben müssen die Klebestellen mit Azeton gereinigt werden. Nagellackentferner ist dazu nicht geeignet. Die gereinigten Flächen dürfen nicht wieder berührt werden. Durch das Fett an den Fingern wird die Klebestelle verunreinigt und hier fangen dann wirklich die gefürchteten Algen an zu wachsen.

Es muss versucht werden eine möglichst gleichmäßige Silikonraupe auf eine Scheibenkante zu bringen. Dann werden die Scheiben zusammengedrückt. Allerdings dürfen die Glasscheiben sich nicht berühren. Die Klebefuge sollte ca. 1mm dick sein. Man kann hier mit Abstandshaltern arbeiten. Dazu habe ich schon Streichhölzer aus Briefchen verwendet. Die hatten genau einen Millimeter. An den Stellen der Streichhölzer darf natürlich kein Silikon sein sonst kann man sie nach dem Aushärten nicht mehr entfernen. Den offenen Spalt kann man nachträglich mit Silikon füllen. Dadurch gibt es keine Dichtheitsprobleme.

Sind die Scheiben zusammengeklebt und mit Kreppband oder Bastelklemmen fixiert muss das überschüssige Silikon entfernt werden. Die immer wieder vorgeschlagene Methode bei der die Kleberänder mit Klebeband abgeklebt werden hat bei mir nicht geklappt. Bessere Ergebnisse habe ich mit speziellen Kunststoffabziehern erreicht. Achtung es darf nicht mit Spülmittelwasser gearbeitet werden. Beim Einkleben vieler Scheiben nimmt die Arbeit etliche Tage in Anspruch. Wenn mit Spülmittelwasser gearbeitet wurde muss vor dem Weiterarbeiten erst das komplette Becken wieder vom Spülmittel befreit werden.
Mit den Kunststoffabziehern ist das nicht nötig. Damit kann man die Scheiben sehr gründlich reinigen.

Beim Arbeiten mit Silikon empfiehlt es sich die Arbeitsplatte mit HDPE-Folie (HochDruckPolyEthylen) zu belegen. Jeder hat es im Haus. Es sind diese dünnen, raschelnden Plastiktüten. Dieses Material hat die Eigenschaft, dass nichts an ihm haften kann. Silikon kann problemlos davon abgezogen werden. Wenn diese Plastiktüte bedruckt ist muss die andere, unbedruckte Seite verwendet werden. Eventuell vorher testen. Zum Bedrucken ist die Tüte mikroskopisch fein angeraut worden damit die Farbe daran haften kann. Deshalb haftet an der Bedruckten Seite auch das Silikon.


Nacharbeiten:


Reste welche sich nach dem Aushärten noch auf den Scheiben befinden werden einfach mit einer Rasierklinge, mit den Kingen zum Algenentfernen aus dem Aquarienbedarf oder mit Ceranfeldschabern entfernt. Teppichbodenmesser sind nicht geeignet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es vorteilhaft ist beim Arbeiten mit Rasierklingen fertig konfektioniertes Heftpflaster in der Nähe zu haben.
Man muss die Rasierklingen sehr oft auswechseln, da sie sehr schnell zu stumpf für Silikon werden. Einmal über eine Glaskante gefahren und man merkt sofort die Verschlechterung.


Physikalische Eigenschaften:


Dies sind allgemeine Angaben wie sie für einige Silikone gelten. Die genauen Angaben sind dem Datenblatt des jeweiligen Herstellers zu entnehmen!

Hautbildung: 15min.
Durchhärtung ist abhängig von Temperatur und Luftfeuchte:
1.Tag: 2-3mm
nach einer Woche ca. 8mm.
Maximale Durchhärttiefe: 10-15mm
Temperaturbeständigkeit: 180 - 240C°

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