Umbau eines Aquariums zum Aquaterrarium

mit Innenfilter, Landteil und Flachwasserbereichen

Ausgangsbasis ist ein normales Aquarium der Größe 100x40x40 cm.

Solch ein Becken ist auf Dauer nur für klein bleibende Arten wie z.B. Moschusschildkröten geeignet und auch dann für höchstens zwei Tiere.

Bevor man aber anfängt den Glasschneider zu schwingen und mit Silikon um sich zu spritzen, sollte man sich fragen ob die eigenen manuellen Fähigkeiten ausreichen und ob alle Arbeitsschritte verstanden und nachvollziehbar sind. Mögliche Hürden sollten vor Beginn der Arbeiten erkannt und Lösungen dafür vorhanden sein. Da allerdings am Aquarium keine Veränderungen vorgenommen werden, kann es jederzeit, mit etwas Zeitaufwand, wieder entkernt und in seinen Ursprungszustand versetzt werden.

Das Arbeiten mit Silikon kann eine ziemlich schmierige Angelegenheit sein. Wenn beim Einkleben eine Scheibe umfällt oder wegschmiert, ist es manchmal besser, alles zuerst wieder sauber zu machen und dann von vorne zu beginnen. Die Finger müssen immer silikonfrei bleiben, sonst ist man hinterher stundenlang mit der Rasierklinge am Putzen. Am Besten zuerst eine halbe Klopapierrolle in einzelne Blättchen zerlegen, so hat man immer ein frisches unverklebtes Tuch zum Abwischen. Die Spitze der Silikontube muss ebenfalls immer sauber sein, und die Abzieher müssen auch nach jedem Abziehen gereinigt werden, da sonst nur Geschmiere herauskommt.

Ebenso ist es vorteilhaft, wenn nach dem Einkleben einer Scheibe zuerst gewartet wird, bis das Silikon ausgehärtet ist. So kann sie beim Hantieren im Aquarium nicht mehr verschoben werden. Aus Erfahrung kann ich berichten, dass nichts ärgerlicher ist als eine Scheibe, die perfekt gesessen hat, wieder putzen und neu einkleben zu müssen, weil man es nicht abwarten konnte und schnell weitermachen wollte.


Die Planung erfolgte in CAD. Von dieser Planung wurden die Schnittmuster abgeleitet.
Zuerst werden die Scheiben für den Filter zugeschnitten und zusammengeklebt.

Der komplette Filter wird später als ein Teil in das Aquarium geklebt.

Während der Filter aushärtet, kann die ersten Scheibe eingeklebt werden . Diese Scheibe ist sowohl Boden für den Landteil als auch Boden für den größeren Balkon.

Unter diesem Boden wird der Heizstab montiert, deshalb hat er in der Ecke eine Aussparung, durch die ein Eurostecker passt.

Bei dieser und den folgenden Arbeiten liegt das Aquarium auf der Rückwand. So müssen die Scheiben nicht frei schwebend in der Luft befestigt werden, sondern können einfach hingestellt werden.

Wenn das Silikon der Bodenscheibe ausgehärtet ist und diese nicht mehr verschoben werden kann, wird der Filter eingeklebt.
Am nächsten Tag kann dann mit dem Einkleben der restlichen Scheiben begonnen werden.
Alle Scheiben sind eingeklebt. Das Becken wird wieder gedreht und richtig herum hingestellt. Für die Dichtheitsprüfung wird der Landteil mit Wasser gefüllt. Es kann einige Tage dauern, bis Undichtigkeiten auftreten.
Die Rückwand wird verputzt. Zuerst mit Flexkleber, dann mit mindestens drei Deckschichten Dichtschlämme. Die letzte Schicht wird mit Abtönkonzentrat eingefärbt. Dann folgt eine einmonatige Nachbehandlung, bis das Material sich neutral verhält.
Wenn die Rückwand chemisch neutral ist, kann das Becken eingerichtet und nach ein paar Tagen bezogen werden.
Zum Pumpen des Wassers kommt der gute alte Luftheber zum Einsatz.
Ein Jahr später
Startseite